Waldbaden - Achtsamkeit im Wald

Waldbaden oder auf Japanisch Shinrin Yoku ist eine traditionelle Methode zur Entspannung und Gesundheitsprävention.  

Wie funktioniert das?    

Wir schlendern durch den Wald, absichtslos, nichts muss sein. Wir entdecken ihn neu, mit all unseren Sinnen. Wir hören, sehen, riechen, fühlen und schmecken. Durch die Mobilisierung unserer Sinne üben wir uns in Achtsamkeit, Dinge, die wir vorher nicht oder nicht in ihrer Einzigartigkeit wahrgenommen haben, präsentieren sich in all ihrer Schönheit. Wir werden achtsamer.  

Durch verschiedene Meditations- und Achtsamkeitsübungen entschleunigen wir. Wir sind im Hier und Jetzt. Geräusche oder andere Störfaktoren, wie unliebsame Gedanken reduzieren sich. Unsere Psyche entspannt und erholt sich.  

Durch die Ruhe und Entschleunigung reduzieren sich u. a.  Stress, Adrenalin und Cortisol. Wiederholtes Waldbaden hat den Vorteil, dass wir stressresistenter werden und uns auch im Alltag schneller entspannen können. 

Wissenschaftlich belegt sind die positiven Auswirkungen des Waldbadens, zum Beispiel erhöht ein einmaliges Waldbaden die Anzahl der Abwehrzellen im Blut um 40%. Die Dauer hält hier sieben Tage an. Nach einem Waldbad an zwei oder drei aufeinander folgenden Tagen hält diese Wirkung bis zu 30 Tagen an.  

Durch Atemübungen dringen Terpene, Duftstoffe, die den typischen „Waldgeruch“ ausmachen, tief in den Körper ein und entfalten so ihre positiven Eigenschaften und stärken unser Immunsystem.  

Waldbaden wirkt sich auch auf unser Nervensystem aus, Blutdruck und Blutzucker sinken, die Atmung wird vertieft, um nur einige positive Auswirkungen zu nennen. 

Japanische Ärzte schicken ihre Patienten in die Wälder, um diese Gesundheitseffekte zu nutzen. So gibt es in Japan mittlerweile ca. 60 sogenannte Heilwälder. In Deutschland gibt es seit 2016 auf der Insel Usedom den ersten Kur- und Heil-Wald, weitere sind in Planung. 

"Nimm den Wald in all seiner Schönheit wahr."

"Wege entstehen, indem wir sie gehen."

Friedrich Nietzsche